Heute vor einem Jahr habe ich mich entschieden, auf der Erde zu bleiben
Nicht als Metapher. Wirklich.
Am 19. November 2024 war meine erste Operation. Am 18. März 2025 die große. Und dann, am 20. März – eine Not-OP. Es war arsch knapp.
In dieser Operation, irgendwo zwischen hier und dort, hat meine Seele eine Entscheidung getroffen. Zurückzukommen. Ins Leben. Zu dir. Zu mir. Zu dieser Musik.
Ich weiß nicht wie ich das erklären soll. Aber ich weiß, dass es so war.

Die Diagnose – ein Moment, der alles verändert
Davor kam der Moment, den ich nie vergessen werde. Die Diagnose. Krebs. Hingeworfen wie eine Zahl. Kalt. Sachlich. Als wäre ich eine Akte auf dem Schreibtisch und kein Mensch mit einem Herz, das gerade aufgehört hat zu schlagen vor Schreck.
Kein Innehalten. Kein Mitgefühl. Nur der nächste Satz: „Wir beginnen mit der Chemotherapie."
Und dann fällst du in ein Loch.
Du bist traumatisiert. Du bist verängstigt. Du kannst kaum atmen – und genau in diesem Moment, wenn du am verletzlichsten bist, läuft die Maschinerie auf Hochtouren. Termine, Protokolle, Unterschriften. Alles ist schon vorbereitet. Als hätte man nur auf dich gewartet.
Die Industrie hat gut vorgesorgt. Sie weiß genau, dass ein Mensch im Schock nicht klar denken kann. Dass er nickt. Dass er unterschreibt. Dass er einfach mitläuft – weil er gerade keine Kraft hat, innezuhalten und zu fragen: Warte. Ist das wirklich mein Weg?
Der Mut zum eigenen Weg
Ich habe innegehalten.
Nicht weil ich stark war. Sondern weil irgendwo in mir noch eine leise Stimme war, die sagte: Hör auf dich.
Ich habe die Operationen mitgemacht – sie waren nötig und ich bin dankbar dafür. Aber Chemo und den Standardweg habe ich abgelehnt. Mein Körper. Meine Entscheidung. Mein Leben.
Jeder Mensch hat das Recht, selbst zu entscheiden, was mit seinem Körper geschieht. Dieses Recht gehört uns. Niemand kann es uns nehmen – auch wenn das System manchmal alles daran setzt, es uns vergessen zu lassen.
Ich sage das nicht, um jemandem seinen Weg auszureden. Jeder Weg ist richtig, wenn er der eigene ist – wirklich der eigene, aus freier Entscheidung. Ich sage es, damit du weißt: Du darfst innehalten. Du darfst fragen. Du darfst Nein sagen. Du darfst deinem inneren Wissen vertrauen – auch wenn alle anderen eine andere Meinung haben.
Die Menschen, die mich getragen haben
Was mich durch dieses tiefe Tal getragen hat, war nicht nur mein eigener Wille. Es waren die Menschen an meiner Seite. Meine Familie. Mein Lebenspartner. Meine Freunde. Sie haben mich begleitet – ohne mich zu verurteilen. Ohne zu sagen: „Bist du sicher?" oder „Was, wenn du falsch liegst?" Sie haben einfach gehalten. Und das war alles, was ich brauchte.
Von Herzen danke ich euch. Ihr wisst, wer ihr seid.
Wie aus dem Tal die Musik entstand
Und dann ist noch etwas passiert, womit ich nie gerechnet hätte.
Ohne diese Diagnose, ohne diesen inneren Prozess, ohne dieses Tal – hätte ich wohl nie gefunden, was jetzt mein größtes Geschenk ist: meine Gefühle in Liedern auszudrücken.
Diese Musik ist nicht trotz allem entstanden. Sie ist wegen allem entstanden.
Jedes Lied ist ein Schritt, den ich gegangen bin. Zurück ins Leben. Zurück zu mir.
Die Resonanz – ihr habt mir etwas Unglaubliches gezeigt
Und dann habt ihr mir etwas Unglaubliches gezeigt: Ihr braucht diese Musik auch.
Hunderttausende Aufrufe. Kommentare, die mich zu Tränen rühren. Menschen, die schreiben: „Dieses Lied hat mich gerettet." „Ich weiß nicht warum ich weine – aber es fühlt sich heilsam an." „Genau das brauchte ich heute."
Ich bin so tief berührt. Und so dankbar. Für jeden einzelnen von euch.
Heute erscheint meine erste CD auf Spotify. 12 Lieder. Entstanden aus dem, was ich durchlebt habe. Für alle, die gerade ihren eigenen Weg suchen – egal wie er aussieht.
Geh deinen Weg. Vertrau dir. Du weißt mehr, als du denkst. 🕊️
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Dieser Beitrag wurde auch als Community-Post auf dem Spirit of Animals YouTube-Kanal veröffentlicht. Die Musik findest du auf Spotify und auf YouTube @SpiritofAnimals369.



